2010 | Projektreise

Auszüge aus dem Reisebericht 2010 von Inga und Günter - Beispiele für Projekte


Mikrokredit für Biogas-Herstellung

Unser Projektleiter Mr. Opatha sagt:
Jetzt kommen wir zu dem Wunschprojekt von Mr. Brenken, einer Biogas-Anlage. Nach rutschiger Fahrt zwischen Reisfeldern und Palmenhainen gelangen wir zum Bauern F., ein großer, schlanker, freundlicher Mensch. Er nimmt uns mit zu dem Unterstand für seine zwei Wasserbüffel. Beide kräftig vom Pflügen, jetzt aber sorgen sie mit ihrem Kot für die Gasproduktion. Bauer F. spritzt alles in den nahen Gärbehälter. Dort ist auch die Gasleitung zu sehen, die vom Behälter zum 20 Meter entfernten Haus führt. Wir verfolgen ihren Verlauf, eine mit Wasser gefüllte Schleife ist das Unterdruckventil, dann geht es in die Küche, wo F. mit großer Freude eine große, blaue Flamme am Herd entzündet. Alles funktioniert perfekt, er scheint ein perfekter Handwerker zu sein. Der Kredit ist bald zurückgezahlt, die Anlage macht sich aber laut Mr. Opatha erst in 3 Jahren wirklich bezahlt. Zum Schluss gibt es für uns in der guten Stube ein Büffel-Jogurtheis aus eigener Produktion. Biogas-Anlagen sind in Sri Lanka noch sehr selten, obwohl das Klima dafür bestens geeignet ist. Solche Vorzeigeprojekte können ein Anreiz für weitere Projekte sein, um die hohen Kosten für das teure Gas zum Kochen zu sparen.


Ein zweites Altenheim als neues Projekt

Cordula und Michael berichteten auf der Herbstreise von den positiven Fortschritten beim Bau von sanitären Einrichtungen im Altenheim G., landeinwärts von Bentota. Das animierte Inga und Günter, ein weiteres Altenheim zu besuchen, das Kumari empfohlen hatte, nahe Kurunegala gelegen westlich von Kandy. Im Heim werden 44 Personen betreut, in etwa gleich viele Männer und Frauen. Nach der freundlichen Aufnahme durch den ehrenamtlich arbeitenden Heimleiter besichtigten wir zuerst die Frauenabteilung, wo wir von den Bewohnern sehr herzlich begrüßt wurden. Dann erlebten wir das Gleiche in der Männerabteilung, allerdings war dort der bauliche Zustand der Sanitäranlagen katastrophal. Wir boten dem Heimleiter an, möglicherweise eine Renovierung in mehreren Bauabschnitten zu finanzieren. Zunächst vereinbarten wir die Renovierung von zwei oder drei Toiletten für 300 €, um zu sehen, ob das Geld auch richtig angelegt wird. Zufällig kann ein Bekannter von Kumari die Ausführung vor Ort überwachen.

Wir besichtigten den Essraum und die dunkle Küche mit der verwaisten Feuerstelle. Verwaist, weil in der Regel das Essen von Familien aus der Umgebung gekocht und gebracht wird. Diesen Bringedienst durften wir wirklich erleben: Plötzlich kamen mehrere Frauen mit gefüllten Schüsseln und Tellern. Das Essen musste zuerst von uns und von der Heimleitung gesegnet werden, danach schritt die Familie zusammen mit vielen Bewohnern zum kleinen Buddhatempel, wo auch eine Zeremonie stattfand.

Auf diese Weise wird der Kontakt der Bewohner zur Außenwelt gehalten – ein Vorbild für unsere Seniorenheime?


Projektbesuch: Seniorenheim Kurunegala

Erster Besuch am 14.12.2010 durch Inga und Günter Bethke-Brenken – auf Anregung von Kumari:

Begrüßung durch Mr: Monnankulam und dem Schatzmeister.

Die Besichtigung der Räumlichkeiten hatte folgendes Ergebnis:

Der Frauenbereich wirkte recht gut gepflegt. Die Toiletten hatten modernen Standard (insbesondere Sitzschüsseln). Da in einem Raum etwa 30 Frauen schlafen, werden Abtrennungen gewünscht. Der Männerbereich hatte mehr Abtrennungen zwischen den Betten. Dagegen war der Sanitärbereich hier veraltet. Ein kleines Nebenhaus nur für demente Senioren wirkte ungepflegt und stank.

Wir übergaben 300.-€. für den ersten Schritt zur Renovierung des Sanitärbereichs. Zwei oder drei Toiletten sollen zu Beginn erneuert werden. Weitere Unterstützung könnten wir finanzieren, wenn die Toiletten fertiggestellt und von uns „abgenommen“ sind, nämlich: die restlichen Toiletten erneuern, den Dusch- und Waschbereich renovieren.

Ein weiterer Vorschlag der Leitung war, das Haus für Demente gegen den Lärm (und Gestank?) mit Fenstern zu verschließen. Das Dach müsste hier auf jeden Fall neu gedeckt werden. Unser Eindruck: Eine Betreuung für die Dementen ist kaum gegeben.

Unser Vorschlag:

Erst den Sanitärbereich fertig modernisieren. Das wird wohl knapp 1.000.-€ kosten. Hierfür sollte eine Vorkalkulation angefordert werden. Weitere Wünsche kann die Leitung beim nächsten Besuch vortragen.

Tipp für weitere Besuche: Das Mittagessen wird zwischen 11 und 12 Uhr von einer Spenderfamilie frisch gekocht gebracht, zu Beginn der Essensverteilung wird ein Dankgebet als Ritual gesprochen - eine eindrucksvolle Zeremonie.

Home For The Elders,
Kurunegala Wandana Janopakara Society Ltd
129, Kandy Road, Mallawapitiya, Kurunegala

Management: Mr. Monnankulam, Mr. Piyatissa, Mr. M.Edirisinghan